Johann Sebastian Bach
Johannespassion
Im Gegensatz zu den andern Evangelisten betont der Evangelist Johannes nicht so sehr die irdischen Qualen Christi, sondern seine Erhabenheit und Göttlichkeit. J. S. Bach dramatisiert die Leidensgeschichte vor allem mit Hilfe der eindringlichen Volkschöre. Dabei stellt der Chor auf der einen Seite das aufgebrachte Volk dar, in den Chorälen nimmt der Chor anderseits eine betrachtende, teilweise auch ermahnende Rolle ein. Um den emotionalen Ausdruck noch zu verstärken, verwendet Bach historisch bedeutsame Tonarten, barocke Figuren und Tonsymbole, die den Hörer (bewußt oder unbewußt) in den Bann ziehen. So kommt es, dass die Johannes-Passion im Gegensatz zur eher betrachtenden Matthäus-Passion viel leidenschaftlicher wirkt.
Dies ist der eine Ausgangspunkt für die Interpretation des Vocalensemble Würzburg. Der andere ist aufführungstechnischer Natur.
Die Uraufführung der Johannes-Passion fand am Nachmittag des 7. April 1724 während der Karfreitagsvesper in der Nikolaikirche zu Leipzig statt. Erst 1834 – vier Jahre nach der berühmten Wiederaufführung der Matthäuspassion unter Felix Mendelssohn-Bartholdy – wurde auch die Johannes-Passion wiederentdeckt und aufgeführt. Diese romantischen Wiederaufführungen in der Berliner Singakademie prägten für mehr als ein Jahrhundert die Interpretationen der Bachschen Passionsoratorien. Gewaltige Chöre, groß besetzte Orchester und moderne Instrumente entwickelten beeindruckende Klangmassen. Erst die Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis und die Verwendung alter Instrumente ermöglichte wieder eine Annäherung an das ursprünglich schlankere barocke Klangbild des Werkes.
Hier kann das Vocalensemble Würzburg an seine Erfahrungen mit barocker Sing- und Spielweise anknüpfen, die wir durch unsere Konzerte mit Werken von J. D. Zelenka, A. Caldara, A. Lotti und auch Bach selbst gemacht haben: barocke Musik, die in einer kleinen Besetzung immer transparent bleibt, auch im Detail phrasiert und artikuliert wird und trotzdem die emotionale Botschaft in den Mittelpunkt rückt.
Dazu laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf eine ergreifende und beseelte, mitreißende und hochkarätige Aufführung dieses beeindruckenden Werkes!
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Konzertmeister
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Adam Lord
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Solisten:
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Henning Klocke (Tenor, Evangelist und Arien) |
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Samstag, 28. März 2009 um 19.00 Uhr
Gustav-Adolf-Kirche, Nürnberg
Sonntag, 29. März 2009 um 17.00 Uhr
Kirche der Erlöserschwestern, Würzburg
Gefördert durch die Stadt Würzburg und den Fränkischen Sängerbund
