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Presse
Die Hohe Kunst des Jazzgesangs
(Mainpost, 2. Juli 2007)
Schon nach den ersten Titeln hatte das Vocalensemble Würzburg das Publikum in der überfüllten Disharmonie gewonnen: Der 20-köpfige Chor überraschte und überzeugte mit ausgeglichenem Sound, mit frischem, intonationssicherem Gesang, mit jazztypischer Phrasierung, rhythmischer Flexibilität und einem Reichtum an dynamischen und stimmlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Erarbeitung all dieser Qualitäten ist ihr Dirigent Philipp Barth zuständig, ein hochbegabter Chorleiter und Stimmbildner, der 2005 mit seinem Chor beim „Bayerischen Chorwettbewerb“ den zweiten Platz belegte.
Diesmal, zum ersten Auftritt in Schweinfurt, ist also Jazz angesagt – und es gibt Außergewöhnliches zu hören. „A Foggy Day In London Town“ kommt swingend über die Rampe, energiegeladen und packend zwar, dabei oft hingetupft wie luftige Wattewölkchen. „Doch solch scheinbare Leichtigkeit ist das Resultat intensiver Proben, bei denen die hochkomplexen Harmonien und Rhythmen erst einmal erarbeitet werden müssen“, betont Maestro Barth.
Und so verlangt die Aufführung von allen erst Recht höchste Konzentration. Eine Fülle von musikalischen Interaktionen muss beachtet werden: Das Aufnehmen und Weitergeben von Melodieabschnitten zwischen den Stimmen, das Umsetzen von Bigband-Effekten, Tonartwechsel, raffinierte Akkordänderungen und das lockere Spiel mit Off-Beats und Blue Notes.
Gerade bei balladesken Titeln beweisen die Sänger immer wieder ihr außergewöhnliches Können, zu dem auch die emotional-stimmige Umsetzung der Texte gehört. „The Shadow Of Your Smile“ ist eben nicht nur reiner Wohlklang, sondern auch die bitter-süße Erinnerung an die Freuden einer vergangenen Liebe. Auch in „Smile“ und „Love Me Tender“ zeichnen Barth und sein Chor zarte Stimmungsbilder rund um dies ewig junge Thema.
Aber ein Konzert muss ja anscheinend auch Kontraste bieten (obwohl vielleicht ein reines a-cappella-Programm seinen besonderen Reiz gehabt hätte). So kommt jetzt eine zweite Würzburger Formation ins Spiel, die durch ihre mitreißende Musikalität für beste Stimmung sorgt: „Die „Very Little Big Band“ aus Richard Roblee (Posaune), Jürgen Hahn (Trompete und Flügelhorn) und Mathias Grabisch (diesmal am Sousaphon). Das Trio spielt Kompositionen von Richard Roblee, in denen die Musiker auch in ihren virtuosen Improvisationen glänzen: Hahn bläst strahlende Highnotes, Roblee machtvolle Posaunen-Figuren. Doch für besondere Applausstürme sorgt Grabisch, der seinem Rieseninstrument aberwitzige Stakkato-Läufe entlockt.
Im Finale musizieren die beiden Formationen zusammen, was zwar mehr Power bringt, die filigrane chorische Klangschönheit von „All The Things You Are“ aber eher schmälert. Doch beim vorwärtsdrängenden „Take The A-Train“ geben die Bläserklänge dem Titel zusätzlich Swing, setzen mit kurzen Einwürfen rhythmische Akzente. Riesenapplaus für ein ganz besonderes Konzert, für ein musikalisches Highlight aus Würzburg.
Attischer Artcomic - "Dido und Aeneas" purcellt durchs Theater Augenblick
(Boulevard Würzburg, 10. November 2006)
Der neue Drexler ist raus! Würzburgs freier Musiktheatermacher Erhard Drexler baute diesmal den Vergil zur Rahmenhandlung um. Mit einem Anklang attischer Tragödie agieren Trojer und Karthagerinnen anfangs, bis die Szene kippt: Henry Purcells barocke Liedfolge setzt ein, und die erstklassigen jungen SängerInnen beweisen Note für Note: Diese alten Helden waren Menschen aus Fleisch und Blut. Und wie! - Mal ist es böse Hexen, mal guter Hofstaat – das Vocalensemble Würzburg (Leitung Philipp Barth) steigt begeistert in seine neue Rolle ein, nicht nur zu singen, sondern auch zu spielen. Auf Krokodilsjagd macht es das Bühnengeschehen kurzfristig gar zum Artcomic.
Zusätzlich zu den 20 Figuren tummeln sich fünf Tänzerinnen aus Lisa Kuttners Schule im inszenierten Farblicht. Drechsler, der mit seinem Bruder Hermann die Regie führte, schöpfte aus dem Vollen: Knapp 50 Mitwirkende, darunter acht Instrumentalisten halfen bei dieser traumhaft stilsicheren Barockoper-Vergegenwärtigung, die auch Musical- und Underground-Freunde begeistert.
Turbulent und packend interpretiert
(Mainpost, 8. November 2006)
Vom Premierenpublikum gefeiert, hatte die Barockoper "Dido und Aeneas" mit der Musik von Henry Purcell im Würzburger "Theater Augenblick" Premiere.
Der vor zehn Jahren von Philipp Barth gegründete Chor hat sich durch seine präzisen und von hoher Musikalität getragenen Konzerte mit Schwerpunkt Musik des 20. Jahrhunderts einen guten Namen gemacht. Parallel dazu beschäftigen sich die Sängerinnen und Sänger immer wieder mit Barockmusik. Diese Erfahrung sollte ins erste Opernprojekt einfließen, das begleitet wird von einem auf historischen Instrumenten spielenden kleinen Orchester (zwei Geigen, Bratsche, Cello, Cembalo, Gambe und Gitarre).
Die gelungene szenische und musikalische Darstellung der Geschichte um Aeneas, den Helden von Troja, der mit seinen Mannen an die Küste von Karthago verschlagen wird, sich in die schöne Dido verliebt und sie wegen einer Intrige der Götter wieder verlässt, erfordert neben einem kompakten Regiekonzept Erfahrung der Darsteller und eine kluge Einschätzung der vorhandenen Möglichkeiten. Mit gutem Grund lernen Profis ihr Bühnenhandwerk in Schauspiel- und Opernschulen. Gute Chorsänger sind nicht zwangsläufig gute Solisten und Singen in Chorformation ist etwas anderes als Singen in der szenischen Bewegung.
Hier zeigt sich, was das "Vocalensemble Würzburg" kann (...)
Vocalensemble Würzburg nimmt mit „hervorragendem Erfolg“ an Wettbewerb teil
(Mainpost, 16. Dezember 2005)
"Zweitbester Chor in ganz Bayern"
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WÜRZBURG (RDF) Zum zweiten Mal stellte sich das Vocalensemble Würzburg dem Wettbewerb mit anderen bayerischen Chören. Diesmal fand der alle vier Jahre vom Deutschen Musikrat ausgeschriebene Wettbewerb am 19. November in der Musikakademie Alteglofsheim statt. In der Kategorie „gemischte Kammerchöre unter 36 Mitglieder“ hatten sich 16 Chöre angemeldet, das Vocalensemble Würzburg war mit 20 Sängern und Sängerinnen einer der kleinsten Chöre. Aufgrund der zu erwartenden großen Konkurrenz hatte sich das nun knapp 10 Jahre bestehende Vocalensemble mit Werken von Gesualdo, Reger, Stockhausen u. a. ein anspruchsvolles Programm erarbeitet.
Die Jury aus national und international bekannten Chorleitern machte sich die Entscheidung nicht leicht, statt der geplanten 45 Minuten wurde knapp eineinhalb Stunden über die Platzierung der Chöre diskutiert. Schließlich zeigte sich auch an den Ergebnissen, wie hoch inzwischen die Leistungsfähigkeit bayerischer Chöre geworden ist.
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Das Vocalensemble Würzburg wurde unter der Leitung von Philipp Barth mit 23,4 von 25 möglichen Punkten denkbar knapp zweitbester bayerischer Chor. Erster wurde der Münchner „BelCanto Kammerchor“, der mit 23,6 Punkten nur zwei Zehntel besser war. Der jeweils erste Chor eines Bundeslandes vertritt sein Land beim Deutschen Chorwettbewerb im folgenden Jahr. Als besondere Auszeichnung erhielt das Vocalensemble Würzburg die „Option zur Weiterleitung“ und wurde von der Jury für den Wettbewerb auf Bundesebene empfohlen.
Das Vocalensemble erhielt noch eine weitere besondere Annerkennung: das außergewöhnlich schwierige Chorwerk „Armer junger Hirt“ von Karheinz Stockhausen wurde von der Jury als „geradezu überwältigende Darbietung“ des Vocalensembles gewürdigt und erhielt die Auszeichnung für das „beste moderne Werk“ .
Vokalensemble und "Very little Bigband"
(Mainpost, Kultur, 31. Juli 2002)
"Bad Blues und barocke Putten"
WÜRZBURG (Von ANDREA BRAUN) Die Flötistin aus Stuck an der Decke des Gartenpavillons im Juliusspital schien angenehm überrascht, die Putten neben ihr schienen mitzuswingen, als das Vokalensemble Würzburg unter Philipp Barths Leitung und "The Very Little Big Band" mit Richard Roblee (Tenorposaune), Jürgen Hahn (Trompete) und Mathias Grabisch (Bassposaune) mit einem reinen Jazz-Programm aufwartete. Ungewöhnlich.
Bei einem angenehm homogenen Klang, der trotz der sehr geraden Stimmen stilistisch nicht unpassend wirkte, beeindruckte der Chor immer wieder durch enorme dynamische Bandbreite - so in "Ain't misbehavin", wo immer wieder einzelne Stimmgruppen solistisch herauszutreten hatten, oder im getrageneren "Georgia on my Mind", wo dem ganzen Ensemble beeindruckende Crescendi bis hin zum (durchaus beabsichtigten) Geschrei gelangen.
Auch was die Textartikulation - oft bei enormen Tempi - betraf, wurden die Sänger den hohen Anforderungen gerecht. Etwa bei "Chili con Carne", wo sich Philipp Barth, diesmal als Sänger mit vier Solisten aus dem Chor über geradezu halsbrecherische Textklippen stürzte. Die Stärken des Dirigenten zeigten sich in präzisem Schlag, in ausdrucksvoller Gestik und Mimik, womit er dem Chor manchmal geradezu überdeutlich seine Absichten mitzuteilen verstand. Einzig die federnde Lässigkeit, in der das eigentliche Geheimnis der Jazz-Rhythmik besteht, wollte sich vor allem in den rein chorischen Progammteilen nicht immer einstellen, da Barths Dirigat bei allem Engagement oft ein wenig eckig und kantig blieb.
Doch profitierten Dirigent und Chor im Zusammenspiel deutlich von der stilsicheren und spannungsgeladenen Elastizität der "Very Little Big Band". Die drei Profis ließen schon in den Instrumental-Stücken Jazz vom Feinsten hören, doch sie kooperierten auch mit dem Chor hervorragend - in Begleitfunktion nie aufdringlich, als Solisten brillant und mitreißend. Aus der Feder Richard Roblees stammen auch einige Titel und Arrangements des Programms, so der "Bad Blues" mit seinem call-and-response-Wechselgesang zwischen Roblee und Chor, wobei sich Solist und Ensemble sichtlich gegenseitig mit ihrer Begeisterung ansteckten. Anhaltender Beifall nach 165 Minuten Programm (das man guten Gewissens um einige Stücke hätte kürzen können).
Beschwingtes kurzweiliges Konzert im Zeilitzheimer Schloss
(Mainpost, Gerolzhofen, 30. Juli 2002)
"Hervorragende Fusion von Chor und Blechbläsern"
ZEILITZHEIM (CK) Ein Musikereignis besonderer Art wurde im Schloss geboten: Das Vokalensemble Würzburg traf auf "The Very Little Big Band". Aus der Fusion zwischen dem seit 1996 bestehenden a cappella-Chor und der Band, bestehend aus Richard Roblee, Mathias Grabisch und Jürgen Hahn, die auf Posaune und Trompete begeisterten, ergab sich ein beschwingtes und kurzweiliges Konzert, das wohl kaum einer der Zuhörer so schnell vergessen wird.
Zunächst startete das aus 21 jungen Sängerinnen und Sängern bestehende Würzburger Vokalensemble jedoch ohne Instrumentalbegleitung, a cappella eben. Der Einstieg mit dem Stück "A cappella" war äußerst schwungvoll und stimmte das Publikum auf einen phänomenalen Abend ein. Schon nach den ersten Takten konnte man nicht anders und musste einfach mitschnipsen, klatschen oder zumindest mit dem Fuß im Takt mitwippen. Die Liedvorträge waren hervorragend deutlich, klar und klangvoll. Nicht umsonst haben die Würzburger im Herbst 2001 mit "sehr gutem Erfolg" am "Bayerischen Chorwettbewerb" teilgenommen. Nach einigen Liedern, die alle mit großem Applaus belohnt wurden, spielte sich "The Very Little Big Band", die mittlerweile schon acht Jahre besteht, ein und machte auch ihrerseits dem Publikum ihr überdurchschnittlich großes Können deutlich. Die Band bot jedoch nicht nur altbekannte Stücke dar, sondern auch Eigenkompositionen wie "I looked at You" von Richard Roblee, bei dem dieser auch das Mikrophon in die Hand nahm und selbst sang, oder "Three walked around a Tree" von Jürgen Hahn. Kaum hätte man es für möglich gehalten, dass nach den Darbietungen der beiden Gruppen überhaupt noch eine Steigerung möglich sei, doch die anschließende Verbindung zwischen Vokalensemble und Band überzeugte vom Gegenteil. Das Zusammenspiel der beiden brachte ein musikalisches Feuerwerk in die Ohren und Herzen der Zuhörer. Melodien wie "Route 66" oder das portugiesische "Aguea de Beber" rissen mit, brachten die Sonne in die Gemüter der Menschen und machten das schlechte Wetter draußen vergessen. Melodisch und beschwingt verlief der Abend, der für viele viel zu schnell zu Ende ging. Nicht zuletzt die Entertainer-Talente der Ausführenden, die dem Publikum ihre Stücke auch durch oft sehr witzige und interessante Erklärungen nahe brachten, waren der Grund für großen Applaus, der auch schon zwischen den Stücken, lange vor Ende des Konzertes, kaum enden wollte.
Chorkonzert des "Vocalensemble Würzburg" in St. Jakobus in Versbach
(Volksblatt, 06.05.2002)
Außergewöhnliches für Durchschnitts-Hörer
Versbach (Li) Wo immer hochmotivierte Chorensembles in der letzten Zeit in Würzburg wie Spargel aus dem Boden geschossen sind, bilden sie in der Regel ein junges Ensemble, pflegen sie ein Repertoire künstlerisch bedeutender Chorkompositionen aus alter und neuer Zeit.
Das "Vocalensemble Würzburg" unter Philipp Barth, bestehend aus 18 jungen Sängerinnen und Sängern, rekrutiert aus studierten Musikern und Laien, bot in der Versbacher St. Jakobuskirche eine Konzert mit Kompositionen des 20. Jahrhunderts, die sich wegen ihrer gemäßigten Moderne auch dem Durchschnittshörer gegenüber gut hören lassen konnten. Das Niveau der Darbietung war erstaunlich hoch, bewegte sich abseits der üblichen Standardliteratur, wagte Außergewöhnliches. Die Akustik der Kirche erwies sich dazu als recht vorteilhaft.
Chorwerke von Badings ("Canamus, amici"), Copland ("Help Us, O Lord"), Messiaen ("O sacrum convivium") und Rautavaara ("Credo") bewältigte dieser Chor mit seinen homogenen Frauen- und Männerstimmen intonationsrein und stilistisch unanfechtbar. In reiner Ausgewogenheit stellte sich eine Klang her, der diese gemäßigt modernen Kompositionen in feiner dynamischer Abstufung kultiviert zum Vortrag brachte. Intelligent und grundmusikalisch legte dieses Ensemble den Text aus, gepflegt in der Wiedergabe dieser nicht uninteressanten Chorkompositionen. In exakter Aussprache, unterstützt durch die präzise ausgesungenen Notenwerte und die sorgfältige Vokalisierung der stellenweise eruptiveren Momente bei dynamischen Höhepunkten, verlief dieses Konzert in regulierter Emphase. Michael Bottenhorn stellte Orgelwerke von Pärt ("Annum per annum"), Ligeti ("Ricercare") und Messiaen (aus "Les corps glorieux") vor. Er hatte das rechte Gespür für die erforderliche feinsinnige Registrierung bei akkurater technischer Ausführung und ausgeprägter Musikalität, ohne bei lebhafteren Bewegungen die erforderliche meditative Ruhe zu ändern. Somit mischten sich seine Darbietungen nahtlos unter die Choraufführungen, nämlich ohne stilistische Risse auf anspruchsvoller künstlerischer Ebene.
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