Béla Bartók (1881 – 1945) studierte an der von Franz Liszt 1875 gegründeten Musikakademie in Budapest Komposition bei Hans Koessler und Klavier beim Liszt-Schüler István Thomán. Im Laufe seiner internationalen Konzertkarriere trat er auch als Interpret eigener Werke hervor, so war er beispielsweise Solist der Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes in Frankfurt 1926 unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler. Von 1907 bis 1932 lehrte Bartók als Professor für Klavier an der Musikhochschule in Budapest, danach wirkte er als freischaffender Komponist und widmete sich verstärkt der Erforschung der Volksmusik Ungarns und der benachbarten Länder. Béla Bartók emigrierte 1940 in die USA und erhielt in New York das Ehrendoktorat der Columbia University. Er gehörte nach den Worten seines Freundes und Weggefährten Zoltán Kodály „zu jenem Menschenschlag, der alles auf Erden verändern, alles schöner und besser machen will. Aus dieser Gattung gehen die Größten der Kunst und Wissenschaft hervor.“.
Zoltán Kodály (1882 – 1967) bewahrte zusammen mit Béla Bartók das alte ungarische Liedgut durch jahrelange Sammeltätigkeit und durch wissenschaftliche Erschließung vor dem Vergessen. Durch sein kompositorisches und musikpädagogisches Wirken wurde Kodály zur zentralen Gestalt des ungarischen Musiklebens im 20. Jahrhundert. Auch als Professor an der Musikakademie in Budapest verfolgte er konsequent die Idee, die Entwicklung der Musikalität in der ganzen Bevölkerung vom Kindesalter an durch „gesungene Erfahrung“ unter Einbeziehung des ungarischen Volksliedes zu fördern. Dies verknüpfte er mit der bekanntlich bis heute sehr nützlichen Methode der relativen Solmisation, die bereits auf Guido von Arezzo (11. Jahrhundert) zurückgeht. Seine Konzeption wurde später von der internationalen Fachwelt ( und nicht von Kodály selbst ! ) als die „Kodály-Methode“ benannt, und sie hat in der Tat zu einem erstaunlichen Niveau der ungarischen Musikerziehung und zu deren weltweiter Beachtung geführt.
Zoltán Gárdonyi (1906 – 1986) hinterließ ein reiches kompositorisches Œuvre, das neben Orchester- und Chorwerken sowie vielfältiger Kammermusik auch die verschiedensten kirchenmusikalischen Gattungen umfasst. Durch seine Biografie war er sowohl mit Béla Bartók und Zoltán Kodály als auch mit György Ligeti verbunden. Die Mutter Zoltán Gárdonyis, die Pianistin Maria Weigl war Bartóks Studienkollegin in der Klavierklasse des Liszt-Schülers István Thomán an der Budapester Musikakademie, an der dann Zoltán Gárdonyi mit 17 Jahren Kompositionsschüler von Zoltán Kodály wurde. Nach weiteren Studien in Berlin bei Paul Hindemith wirkte Gárdonyi von 1941 bis 1967 als Professor an der Hochschule für Musik „Ferenc Liszt“ in Budapest, dort gehörte zeitweilig auch der junge György Ligeti zu seinen Musiktheorie-Kollegen. Seit 1972 lebte Zoltán Gárdonyi mit seiner Familie in Deutschland und verstarb kurz nach seinem 80. Geburtstag im westfälischen Herford. Sein heute als Würzburger Erstaufführung erklingendes Chorwerk „Ende September“ vertont ein Liebesgedicht des bedeutendsten ungarischen Lyrikers des 19. Jahrhunderts, Sándor Petőfi.
György Ligeti (1923 – 2006) war bis zu seiner Emigration nach dem Ungarn-Aufstand 1956 Dozent für Tonsatz und Gehörbildung an der Hochschule für Musik „Ferenc Liszt“ in Budapest. Nach einigen Jahren der kompositorischen Arbeit im Studio für elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks in Köln lebte Ligeti von 1969 bis 1972 in Berlin und wurde dort auch Mitglied der Berliner Akademie der Künste, die er 1992 verließ. 1972 war er „Composer in Residence“ an der Stanford University in Kalifornien, anschließend wirkte er bis 1989 als Kompositionslehrer an der Hamburger Musikhochschule. Als weltweit bekannt gewordener Komponist der Avantgarde verbrachte Ligeti die letzten Jahre seines Lebens in Wien. Sein vielfältiges Schaffen umfasst auch zahlreiche Filmmusiken, darunter den Soundtrack für Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“.
Gottesdienst Deutschhauskirche
Sonntag, 20. Juni 2010
Deutschhauskirche Würzburg
Konzertabend Deutschhauskirche
Sonntag, 31. Oktober 2010
Deutschhauskirche Würzburg
Gottesdienst Deutschhauskirche
Sonntag, 21. November 2010
Deutschhauskirche Würzburg
Freitag, 17. Dezember 2010
Samstag, 18. Dezember 2010
Arvo Pärt - "Magnificat"
Carl Emanuel Philipp Bach - "Magnificat"
Johann Sebastian Bach - "Kantate Nr. 10"